Kolping

Gracias a la Vida – Danke an das Leben

Luis Gonzalez mit Gitarre beim Schlussapplaus Gracias a la Vida ist in Lateinamerika so etwas wie eine Hymne und der Dank an das Leben und könnte als Motto auch über dem Konzert von Luis Gonzalesz stehen.

 

Zum zweiten Mal war der gebürtige Argentinier mit der „Schwiegermuttersprache Kölsch“ im Cafe Meinwerk zu Gast.

 

Gemütlich an kleinen Tischen, an der Bar oder auf dem Sofa genossen die Gäste eine Reise durch Lateinamerika und seine Rhythmen, vom Walzer über die Merengue bis zur Cueca. Luis Gonzales spielte einiges Bekanntes und vieles bisher Unbekanntes. All das begleitete er mit Informationen, kurzen Übersetzungen und viel, viel Humor.

 

Die Freude des Musikers übertrug sich bereits mit den ersten Tönen auch auf sein Publikum.

 

„Seltsam“, sagte mir jemand während des Konzertes, „auch wenn die Texte traurig sind, klingen sie trotzdem immer fröhlich“. Ich finde, das traf es sehr genau. Der Bogen der Texte war weit gespannt, natürlich ging es um Liebe, natürlich um Liebe, mit ihren Freuden und Schmerzen aber auch um Erinnerungen an die kurzen Hosen beim Fußballspielen als Kind und die Erfahrungen einer Frau, die in der Großstadt ihr Glück sucht. In das Leben gehört eben alles und nichts ist nur schwarz oder weiß.

 

Das Konzert machte Lust auf Musik, auf Tanzen und auf Leben.

 

„Geht nach Hause und hört Euch das Lied ‚Gracias a la Vida‘ an, empfahl Luis und ich schließe mich an. Man braucht kein Spanisch, um zu begreifen, worum es geht. Singt mit. Laut, leise, perfekt oder schauderhaft falsch und vor allem: genießt das Leben.

 

Danke an das Leben,
das mir soviel gab:
es gab mir das Lachen,
es gab mir das Weinen.
Mit ihnen unterscheide ich
Glückseligkeit und Traurigkeit,
die zwei Substanzen,
die meinen Gesang formen,
und eueren Gesang,
welcher derselbe Gesang ist.

 

(Aus Gracias a la Vida von Violetta Parra)

 

Text: Chr. Kleine
Foto: Michael Tegethoff