St. Hedwig

Fenster St. Bernhard


Film anzeigen Gedenktag : 20. August

Fensterbeschreibung
St Bernhard er trägt ein grünes Gewand mit roten Kanten. Mit beiden Händen hält er den Schaft des Kreuzes umfasst, auf dem oben eine Dornenkrone hängt.
Leben:
Bernhard stammte aus einer adligen und frommen Familie. Seine Mutter Aleth sah vor seiner Geburt im Traum ein weißes Hündlein mit rotem Rücken und hörte es laut bellen. Der Traum wurde ihr so gedeutet, dass der Sohn, den sie bekommen werde, als großer Prediger Gottes Haus bewachen und seine Stimme laut gegen die Feinde der Kirche erheben werde. Bernhard besuchte die Klosterschule in Châtillon-sur-Seine. 1112 trat er zusammen mit 30 wissen-schaftlich gebildeten, adligen und idealistischen jungen Leuten, darunter vier seiner fünf leiblichen Brüdern, in das Reformkloster Cîteaux ein. Dieses 1098 von Robert von Molesme, Alberich  und Stephan Harding  gegründete Reformkloster drohte zu seiner Zeit an den strengen Regeln des neuen Zisterzienserordens zugrunde zu gehen. Mit Bernhard kam neues Leben in das Kloster. 1115 wurde Bernhard zum Vorsteher der Abtei von Clairvaux ernannt, die sich unter seiner Führung zur bedeutendsten Zisterzienserabtei entwickelte. Von hier aus gründete er wei­tere 68 Klöster, bei Bernhards Tod wurden schon 343 neue Gründungen gezählt. Ihm wird auch die Gründung des Tempelordens zugeschrieben, dessen kirchliche Anerkennung er 1128 erwirkte Bernhard wurde 1118 zum Leiter des Zisterzienserordens. Er restaurierte die Ordensregeln, so dass er zu Recht als "zweiter Gründer" des Ordens gelten kann. Seine "Consuetudines" stehen in gewissem Gegensatz zur "Regula" des Benedikt von Nursia: die Benediktiner gründeten ihre Nie­derlassungen auf Höhen, Bernhard ordnete sumpfige Täler an mit Wäldern, die gerodet werden mussten. Er betonte den Wert der körperlichen gegenüber der geistigen Arbeit. Ganz besonders wandte er sich in Briefen und Kapitelbeschlüssen gegen jede figürliche Ausgestaltung der Portale, Kapitelle und Kreuzgänge, weil das den Betrachter vom Gebet ablenke.

 
 




Bernhard war berühmt für seine große redigtbegabung, die er nicht zuletzt in den Dienst der Anwerbung für die Kreuzzüge einsetzte, er entfachte in ganz Europa einen Rausch der Begeiste­rung für die Kreuzzüge. Bernhard reiste nach Nordfrankreich, Flandern und ins Rheinland, überall zogen Wundertaten und die redegewand

ten Predigten Bernhards zahlreiche Zuhörer und Pilger an. Auf päpstlichen Befehl rief er 1146 in Vézeley zum 2.Kreuzzug, diese "Predigt von Vézelay" löste in ganz Frankreich Begeisterung aus; selbst König Ludwig VII. zeigte sich, neben Mitstreitern aus Frankreich, Flandern und Deutschland, zum Aufbruch entschlossen. Das ritterliche Ideal der Kreuzzüge sah das Sterben für den himmlischen Herrn als besonderes Verdienst; so formulierte Bernhard: "Ein Ritter Christi tötet mit gutem Gewissen; noch ruhiger stirbt er. Wenn er stirbt, nützt er sich selber; wenn er tötet, nützt er Christus." Die schrecklichen Folgen solcher Worte betrafen nicht nur die Menschen im Nahen Osten, sondern auch die mittelalterlichen jüdi­schen Gemeinden. Der Misserfolg des Kreuzzugs traf Bernhard schwer.
Seine Treue zum Papsttum gab Bernhard auch die Kraft und den Mut zu sehr scharfer Kritik an den Päpsten. Er geißelte ihre weltliche Macht und ihr profanes Gehabe, mit dem sie sich eher als Nachfolger Konstantins erwiesen denn als Nachfolger Christi. Im Kampf um die Rechtmäßig­keit des Papsttums zwischen Papst Innozenz II. und dem Gegenpapst Anaklet II. trug Bernhard maßgeblich zum Sieg des ersteren bei.Sein ganzes Leben lang begleitete Bern­hard die Sehnsucht nach seinem klösterlichen Ideal, seine Biografie führte ihn selbst aber auf andere Wege. Aus der unendlichen Folge der Legenden strahlt das Bild seiner nicht nachlassen­den asketischen Bemühung um Geduld, Überwindung von Versuchungen, innerlichster Gebets­übung. Er selbst beschrieb sich als Chimäre, die dauernd mit welt-lichen Din­gen beschäftigt war, ohne Laie zu sein, und ständig entscheidend in die Geschicke der Kirche verwickelt war, ohne je Kirchenlenker gewesen zu sein; als "ungekrönter Papst und Kaiser des Jahrhunderts" lenkte er die Geschichte, seine Zeit nennt man deshalb auch das "Bernhardinische Zeitalter". "Erzvater des europäischen Gefühls" nannte ihn der Historiker Friedrich Heer ob seines weiten Horizonts, ein "religiöses Genie" der protestantische Kirchengeschichtler Adolf von Harnack. Als "Doctor mellifluus", "honigfließenden Lehrer " bezeichneten ihn Zeitgenossen ob seiner herausragenden Begabung zur Predigt. Dreimal lehnte er die ihm angebotene Bischofswürde ab.

Das dieser Heilige in die St. Hedwigs -Kirche kam hat folgende Bewandtnis: Der Geburtstag von Pfarrer Herbert Mischkowsky war der 20 August 1904 also der Namenstag von St. Bernhard. Der es sehr bedauerte, dass seine Eltern ihn nicht auf den Namen Bernhard getauft haben. Deshalb hat er seinen Wunschnamen als Heiligenfenster in unsere Gemeinde geholt.