Monatsimpuls

Februar 2021

Erst krzlich startete das Jahr,
begonnen hat der Februar.
Karneval ist schon in Sicht,
drum schreib‘ ich‘s heute als „Gedicht“ -
doch Ausgelassensein fllt schwer,
denn so wie sonst ist kaum was mehr,
stell’n wir fest beim Blick zurck
auf das alte Faschingsglck.
Wehmtig schau‘n wir und betrblich,
was damals war normal und blich:  

Wir feierten noch unbeschwert,
das Virus hat uns kaum geschert.
Masken gab’s schon im Gesicht“,
Kostmzwang auch - nicht Maskenpflicht.
„Positiv“ hie „gut“ – zurecht,
und „negativ“ galt noch als schlecht.
Ver-rckter als die Faschingstage
war, was dann kam – keine Frage.
Seit Karneval im letzten Jahr
ist nichts mehr, wie es vorher war.

Im Wort steckt schon der Abschied drin,
merkt der, der fragt nach tieferm Sinn.
„Carne vale“ ist Latein,
heit „Fleisch ade“ – das Fleisch lass sein!
Zumindest fr die Fastenwochen
soll man vegetarisch kochen.
Also heit es „Abschied nehmen“
vom Genuss, vom Angenehmen.
Doch ist Verzicht jetzt noch berechtigt,
da er uns lngst schon be-eintrchtigt?
Da alle mussten viel entbehren,
ist es keinem zu verwehren,
sich nun endlich zu gestatten,
was wir lange gar nicht hatten.
Shoppen und auch Essen gehn,
wieder mal was and‘res sehn,
das, was uns so lang genommen,
ist uns herzlich jetzt willkommen.
Beschrnkungen sind alle leid.
Warum jetzt noch die Fastenzeit?

Denkt man beim Fasten nur „Verzicht“,
ade zu dem, was Spa verspricht,
klar, dass es niemand mehr recht will
vom Februar bis zum April.

Zurck nochmal zum Karneval -
Was lehrt er uns, auch pastoral?

Wenn man kein Fleisch mehr essen tut,
dann tut es einem gar nicht gut,
ersatzlos darauf zu verzichten,
denn Protein fehlt den Gerichten.
Dann braucht man andre Eiweinahrung
zur Gesundheit – sagt Erfahrung.

So heit auch fasten nicht nur „lassen“
(das, an dem wir uns bespaen),
sondern will uns dahin fhren,
dass wir in uns neu erspren,
wem wir mehr Bedeutung geben.
Was darf wachsen jetzt im Leben,
soll den neuen Platz einnehmen,
welcher Sinn und welche Themen?
Wem schenken wir gewonn’ne Zeit?
Wem machen wir das Herz jetzt weit?
Wenn Fasten nicht nur heit „ade“
und tschss, good bye, ach jeh, o weh,
sondern – nur mal angenommen –
du heit herzlich nun willkommen
alles das und jene, die,
die kaum bedacht oder gar nie,
dann erschliet sich Dir der Sinn
vom Abschied gar als Neubeginn.

Herzliche Gre in der ver-rckten Zeit
Eva-Maria Nolte