Monatsimpuls

Oktober 2021

Liebe Christen im Pastoralverbund
Bielefeld-Ost,
neulich spielte auf dem Klettergerst an der Stieghorster Gesamtschule eine ganze Gruppe von etwa sechsjhrigen Kindern. Einer der Kleinen rief frhlich von ganz oben: „Kommt,
wir spielen Corona!“ Die anderen verstummten und guckten etwas verdutzt, bis sich einer traute zu fragen: „Wie geht das, Corona spielen?“ Statt einer Antwort ermunterte der Initiator die anderen noch einmal: „Wer macht mit?“ - wieder verunsichertes Schweigen –
dann kletterten und spielten die Kinder einfach weiter ... „Wie geht das? Wie macht man das? Was muss ich dabei tun?“ sind Fragen nicht nur beim Kinderspiel.

„Was muss ich tun, um das ewige Leben zu erben?“ fragt ein
Mann, der zu Jesus kommt (im Evangelium, das wir am 10.
Oktober hren – Mk 10,17-30). „Du kennst doch die Gebote“, antwortet Jesus und zhlt sie ihm zur Erinnerung auf:
Du sollst nicht tten, nicht die Ehe brechen, du sollst nicht
stehlen, nicht falsch aussagen, keinen Raub begehen. Ehre
deinen Vater und deine Mutter.
Der Mann kann offenbar ganz unbesorgt sein, denn er versichert: „Meister, alle diese Gebote habe ich von Jugend an
befolgt.“
Doch dann setzt Jesus noch eins drauf mit einem starken
Zeichen: Er sieht den Mann an und umarmt ihn – ahnend,
dass es jetzt substantiell fr ihn wird. „Eines fehlt dir noch…“, fhrt Jesus fort, meint aber nicht einfach noch „eins mehr“ beim Aufzhlen der Gebote, sondern jetzt geht es ums Ganze: „Geh, verkaufe, was du hast, gibt es den Armen und du wirst einen Schatz im Himmel haben; dann komm und folge mir nach!“ Das trifft den Mann wie ein Schlag,
denn er hat ein groes Vermgen. Betrbt und traurig geht
er weg.

Auch die Jnger Jesu, Zeugen der kurzen Begegnung, sind
bestrzt ber das, was Jesus dann weiter ausfhrt: „Leichter
geht ein Kamel durch ein Nadelhr, als dass ein Reicher in
das Reich Gottes gelangt...“ Entsetzen berfllt die Jnger:
„Wer kann dann noch gerettet werden?“

Schade, dass der Mann die Antwort Jesu dazu nicht mehr hrt:
„Fr Menschen ist das unmglich, aber nicht fr Gott; denn fr
Gott ist alles mglich.“

Mit „Wie geht das?“ und „Was muss ich tun?“ ist ewiges Leben
nicht zu berechnen, denn mit dem Reich Gottes ist es nicht
wie am Automaten, bei dem man nur gengend (gute Taten)
einwerfen muss und sogleich das Gewnschte herausfllt.
Nachfolge geschieht durch „sich mit ganzem Herzen und Leben
auf Jesus und sein Evangelium einlassen“. Und wenn es dann
noch immer nicht ganz reicht, mssen wir dennoch nicht – wie
die Jnger – (ver-)zweifelnd fragen, wer denn dann berhaupt
noch gerettet werden kann. Getrost drfen wir dem Wort Jesu
trauen: „Fr Gott ist alles mglich!“ Ein starkes Wort, das uns
da im Oktober - und berhaupt - gesagt ist, finde ich.

Ihre Eva-Maria Nolte