30 Kolpingmitglieder, davon 20 Jugendliche und Kinder beteiligten sich an einem Frühjahrsputz der besonderen Art. Im Rahmen des Cleanup Days Bielefeld zogen sie mit gut 1300 anderen Freiwilligen durch Bielefelder Parks um sie von Müll zu befreien. Nicht alles kann von der regelmäßigen Stadtreinigung eingesammelt werden. Aus diesem Grund gibt es seit einigen Jahren diese Großaktion. Das Umweltbundesamt stellte Müllsäcke, Handschuhe, Zangen und nahm an Sammelpunkten die Fundstücke an. Was zu groß war, um es zu schleppen, konnte gemeldet werden, um später abgeholt zu werden.
Die Kolpinggruppe hatte sich das Gebiet an der Radrennbahn vorgenommen. Schnell war klar, dass die Müllmenge noch größer war als die beachtliche Motivation der Sammler. Vor allem tief im Gebüsch fanden sich große Teile, und sogar aus dem Bach wurden sie geborgen.
Nicht alles war appetitlich. Es bleibt auch ein Rätsel, warum und wieso sich Menschen die Mühe machen, Dinge wie Waschbecken, Koffer, Polster und Kinderräder in der Natur zu entsorgen, statt sie zum Stadtreinigungsamt zu bringen. Umso beeindruckender der Einsatz, gerade der Jugendlichen, die keine Mühe scheuten. Tatsächlich machte es sogar Spaß, und wer dabei war weiß, wie befriedigend ein ganzer Stapel gefüllter Müllsäcke sein kann.
Nach 2,5 Stunden Fleiß lud das Stadtreinigungsamt zu einem Imbiss ein. Bei Getränken, hervorragender Suppe und süchtig machendem Kuchen (Caterer: Neue Börse), tauschte man sich über das Erlebte aus und freute sich über insgesamt mindestens 1000 Säcke und überlegte, was wohl das ungewöhnlichste Fundstück war. Der Kühlschrank? Das Megafon?
Für die Kolpinggruppe gab es sogar ein Foto mit der Oberbürgermeisterin und auch die Möglichkeit, die Presse noch einmal auf die Lichtkirche hinzuweisen, ergab sich. Also ein gut genutzter Samstagvormittag.
Eine kleine Beobachtung zum Schluss. Auf dem Heimweg konnte ich beobachten, wie ein Passant an einer Sammelstelle einen dort abgestellten Trolley begutachtete und zufrieden damit davon ging. Wie schön wäre es, wenn mehr Gegenstände ein zweites oder drittes Leben bekommen würden.
Text: Chr. Kleine