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Nachruf von Pfarrer Bernhard Brackhane zum Tod von Pfarrer Klaus Fussy

„Jeder Mensch sucht nach einer Beziehung zu Gott. Weil wir uns auf dieser Welt nicht ganz zu Hause fhlen …“ Dieses Zitat, dessen zweiter Teil, soweit ich mich erinnere, vor vielen Jahren ein Buchtitel des Journalisten Franz Alt war, fiel mir ein, als ich darber nachdachte, wie ich Klaus Fussy charakterisieren knnte.

Ich kenne ihn seit ber vierzig Jahren: bewundernswert schmal ist er geblieben, nie anders als mit eindrucksvollem Vollbart, der bei gegebenem Anla ein frhliches Lachen freigab. Der dunkelblaue Dufflecoat und irgendein wenig spektakulrer Pullover gehrten schon damals zu seiner Erscheinung; darberhinaus, als noch berall geraucht wurde, die nachdenklich geschmauchte Pfeife, die er spter durch so einige an der Ecke inhalierte Zigarillos ersetzt hat. Gern stand er so bei anderen Rauchern, aber auch nicht selten allein, ehe er Haus oder Kirche betrat.

„Weil wir uns auf dieser Welt nicht ganz zu Hause fhlen …“ Ich habe Klaus diesen Satz nie sagen hren, aber er beschreibt, wie er sein Priester-sein lebte: immer schon hingezogen zu klsterlichem, benediktinischem Leben in Meschede, Chvetogne, Dinklage …; einschwingen knnen in gemeinsamen Rhythmus, leben in gemeinschaftlicher Gottsuche, mitgetragen-sein im Gebet und Leben. Das fand er in moderner Form auch in der Gemeinschaft Sant’Egidio: Die betende Hinwendung zu Gott und zum Nchsten. Solche geistlich gegrndete, tragende Gemeinschaft war Klaus sein Leben lang wichtig. Er sprte: Sie konnte der schtzende, wrmende Mantel sein, der einem Menschen hilft, khles Ungeborgensein zu bestehen und auch das auf dieser Welt und im eigenen Leben heimatlos bleiben. Hier sehe ich den Kern seines fr ihn typischen, glaubwrdigen Lebens im Blick auf die und in der Nhe derer, die Probleme haben. Dieses Gespr und die Wertschtzung fr gesellschaftlich nicht Geschtzte hat er auch in anderen geweckt.

Klaus hatte die Gabe, Menschen geistlich zu begleiten, ganz ohne Verbesserungsanspruch, nie von oben herab; wie vielen er Ratgeber wurde, wei Gott allein. Trotzdem war er ein engagierter Verkndiger, der fr seine nicht selten klaren Worte immer Zuhrer und deren Zustimmung fand. Der Bielefelder und der lippischen kumene hat er ein gern gesehenes katholisches Gesicht und Prsenz gegeben. Seine langjhrige Verantwortung als Dechant hinderte ihn nicht daran, auch im Seelsorgeteam des Bielefelder Ostens ein kompetenter und bescheiden-hilfsbereiter Bruder zu sein.

In den letzten Monaten wurde sprbar, wie die Lasten seines Lebens zunahmen. Viele waren bereit, mit anzupacken, sprten aber: Klaus akzeptiert bei der Regie fr sein Leben nur Gottes Mitwirkung. Nun scheint mir, als ob Gott ihm wie ein guter Freund den Arm um die Schultern gelegt und gesagt htte: „Mensch Klaus, was fr ein Leben! Du hast genug gerackert; jetzt komm mit zu mir nach Hause.“ Wir andern aber schauen uns wie bei einer Veranstaltung erschrocken um und sagen: „Oh, Klaus ist schon gegangen?!“ Ja, das ist er, Klaus - zu Gott nach Hause. Weil wir auf dieser Welt nicht ganz zu Hause sind.                   

DANKE, Klaus, fr dein Leben!